Programm: Bürogebäude
Bebaute Fläche: 4500 m²
Bauherr: Société Foncière Paris Ile-de-France
Chronologie: Planungsbeginn 2006
Architektur
Das 7-stöckige Nullenergie-Bürogebäude unweit des Stade de France zeichnet sich durch sein kompaktes bildhauerisches Volumen und seinen Hp-flächigen Fassaden, die sich der Straßenfront einschreiben, aus.
Außer dem Erdgeschoss des Gebäudes, welches für eine kommerzielle Nutzung ausgelegt ist, sind auf 6 Etagen 4500 m² Bürofläche mit einer Tiefe von bis zu 16 Metern errichtet.
Jedes Stockwerk kann in zwei Sektoren aufgeteilt werden und unabhängig Büros in Form von abgetrennten Büroräumen oder ein Großraumbüro beherbergen.
Alle Büro- und Versammlungsräume sind über große Fensterfronten natürlich belichtet wobei ihre Größe aus einer Berechnung zur optimalen natürlichen Belichtung hervorgeht.
Die Belüftung der Büros kann außerhalb der Heizperiode manuell durch öffnen opaker Fensterelemente, die in die Fassade aus Zink integriert sind, erfolgen.
Der Energiekonsum des Gebäudes ist dank der 26 cm dicken außenseitigen Fassadendämmung und der kompakten Gebäudeform sehr gering. Der Energiebedarf zur Betreibung der kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung, zur Belichtung und Betreibung anderer Elektrogeräte im Gebäude wird durch 734 m² große Photovoltaikpaneele bereitgestellt. Die Photovoltaikflächen sind am Dach angebracht und an der Südfassade integriert. Die Instandhaltung der Fassaden erfolgt über abgehängte Metallstege.
Die verwendeten Baumaterialien (gemischte Bauweise Stahl/Beton, nichttragende Fassade) erleichtern spätere Eingriffe in das Bauwerk, den Abbruch des Gebäudes und begünstigen die Wiederverwertung der verwendeten Materialien.
Das Projekt versucht die üblichen Anforderungen an ein Bürogebäude zu erfüllen, indem maximale Funktionalität und Effizienz angestrebt werden.
Ebenso versucht es, sich als ein einzigartiges Objekt in seine Umgebung, die von Heterogenität und ständiger Transformation unterworfenen ist, einzuschreiben.
Neben diesen Zielsetzungen sucht es die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu verkörpern und insbesondere den Nullenergiegebäude- Standard zu erreichen.
Ökologische Nachhaltigkeit
- Kompaktheit des Gebäudes.
- größtmögliche Reduzierung der Verluste.
- Solare Energiezufuhr, unter anderem durch 734 m² Photovoltaik-Kollektorfläche an Dach und der Südfassade angebracht.
- Bestmögliche Nutzung der Kubatur des Bauplatzes mit dem Ziel die an das öffentliche Verkehrsnetz (Schnellbahn RER B Stade de France) angebundene Stadt zu verdichten.
- Ein Projekt das Veränderungen der Nutzung zulässt. Insbesondere werden Vorkehrungen zur Umnutzung der Büroflächen in Wohnungen vorgesehen.
- Schaffung einer größtmöglichen Flexibilität unter der Gebäudehülle
- Der Rückbau des Gebäudes wird berücksichtigt und erleichtert.
- Maximale Verwendung erneuerbarer Baumaterialien
- Demontierbarkeit und Recycling der nicht erneuerbaren Materialien
- Minimierung der Wartungs- und Instandhaltungskosten der Haustechnik für Wasser und Energie
- Begünstigung der natürlichen Belichtung
- Maximale Reduzierung des Energiekonsums
- Natürliche Kühlung
Reduzierung des Energiekonsums und Verwendung erneuerbarer Energien
Die Kompaktheit des Gebäudes in Verbindung mit einer hoch effizienten Dämmung der Gebäudehülle sowie der Vermeidung thermischer Kältebrücken lassen eine strikte Reduzierung des Heizwärmebedarfes zu. Verglasungen sind in Dreifachverglasung ausgeführt. Opak und gedämmt ausgeführte, öffenbare Fassadenelemente ermöglichen eine ausreichende Belüftung außerhalb der Heizperiode. Der Energiebedarf der kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung, der künstlichen Beleuchtung und der Strombedarf der anderen Elektrogeräte des Gebäudes (Aufzug, Videokameras usw.) wird durch eine Photovoltaikanlage bereitgestellt, die am Dach und an Südfassade angebracht eine Gesamtfläche von 750m² Kollektorfläche ausmachend und aus 1028 Kollektoren bestehend, eine Spitzenleistung von 101kWp liefert.
Eine zusätzliche Kühlung des Gebäudes während der Sommerzeit ist nicht vorgesehen. Die ausreichende Dicke der Fassadendämmung und die Wirksamkeit der Verschattungselemente kombiniert mit der zunutze Machung der thermischen Trägheit der Betondecken reduzieren den Kühlbedarf. Natürliche Belüftung und Luftumwälzung wird durch öffenbare Fassadenelemente ermöglicht und kann eventuell durch an den Decken installierte Ventilatoren erhöht werden.
Das Zusammenspiel dieser Planungsprinzipien soll es erlauben, den Nullenergie Gebäude-Standard zu erreichen und einen sauberen nachhaltigen Energiekonsum des Gebäudes zu gewähren.
2. Botanisches Museum (Bordeaux, Frankreich)
Programm: Anlage eines Botanischen Gartens, Bau von Gewächshäusern
Bebaute Fläche: 2.882 m², davon 1.000 m² Gewächshäuser
Chronologie: Wettbewerb 1999, Bauplanung März 2000, Bauausführung 2001
Bauherr: Stadt Bordeaux, Amt für kulturelle Angelegenheiten
In Zusammenarbeit mit: Catherine Mosbach, Landschaftsarchitektin
Architektur
Das Projekt ging im Jahre 1999 als Siegerprojekt eines Wettbewerbs für Landschaftsplanung hervor. Das Gebäude umfasst eine Reihe von Gewächshäusern und eine Reihe weiterer Baukörper in Form von Boxen und Blasen.
Sieben Glaskuben aneinander gereiht nehmen die Gewächshäuser auf und bilden an der Nordseite die Hauptfassade des Gebäudes. Sie können bildlich als Schaufenster des botanischen Museums betrachtet werden. Das einfache Volumen der Glaskuben mit Höhen von 6,5 bis 11,5 m umfasst drei unterschiedliche Klimabereiche. Durch die beträchtliche Höhe und Weite der gekoppelten Baukörper, erlebt der Besucher die unterschiedlichen Größen und Bewuchsdichten der verschiedenen Pflanzenarten.
Das aus Holzstämmen bestehende Tragwerk der Gewächshäuser ermöglicht eine große Flexibilität im Inneren und gestattet einen einfachen, schnellen Rückbau des Gebäudes.
Eine Reihe weiterer Baukörper in Form von Holzboxen und Betonblasen verkörpern organische Volumen. Sie stehen entweder losgelöst oder bei funktionaler Notwendigkeit zueinander verbunden. Die aus Holz erbauten Boxen beherbergen zum Teil Ausstellungsräume und treten durch ihr einfaches Volumen - dem museographischen Konzept nicht hinderlich zu sein, in den Hintergrund. Im Gegensatz dazu bilden die aus Beton erbauten Blasen, Räume für unabhängige Programmveranstaltungen (Restaurant, Konferenzraum, Atelier, Technikraum). Ihre eigene Architektur zeigt dem Besucher ihre spezielle Nutzung auf und versucht die Besonderheit des Gebäudes und sein Engagement für die Natur zu vermitteln. Der zwischen den Gewächshäusern an der Nordseite und den Holzboxen an der Südseite eingeschlossene Raum lässt einen Patio mit einem geschützten Mikroklima und einen heterogen aufgelockerten Erscheinungsbild entstehen.
Ökologische Nachhaltigkeit
Das botanische Museum versucht neben seiner Bestimmung die Vielfältigkeit der Pflanzenwelt zu zeigen auch die natürlichen Ressourcen zu schützen. Mittels seines Gartens, seiner Glashäuser und Ausstellungsräume werden eine Vielzahl ökologischer Aspekte angesprochen:
- die rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen
- der Wasserhaushalt des Gebäudes
- passive und aktive Sonnenenergienutzung, unter anderem 700 m² Photovoltaikzellen am Dach
- das Aufzeigen der natürlichen Ressourcen
- modulare Bauweise, die Nutzungs- Änderungen zulässt
Reduzierung des Energiekonsums und Verwendung erneuerbarer Energien
Das am Dach des Gebäudes gesammelte Regenwasser wird in 275m3 großen Zisternen im Boden gespeichert und zur Bewässerung der Pflanzen genutzt. Die ausgestellten Mittelmeerpflanzen in den Gewächshäusern wurden anhand ihrer Wassersparsamkeit gewählt.
700 m² Photovoltaik Zellen am Dach der Glashäuser fangen die Sonnenenergie ein und sorgen für eine autonome Energieversorgung des Gebäudes. Gleichzeitig dienen die als Sandwichplatten ausgeführten Photovoltaikplatten als Sonnenschutz des Daches.
Die Glashäuser werden weder geheizt noch gekühlt wobei die Raumtemperatur angenehm warm ist. Einzig ein Heizkörper erlaubt Frost in den kältesten Wintertagen zu vermeiden. Die Dämmung des Gebäudes wird durch hochwertige Materialien erreicht. Die Temperaturregulation kann durch einfaches Öffnen kleiner Fassendelemente beeinflusst werden. Durch die Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie der Kontrolle der Auswirkungen des Gebäudes auf seine Umgebung, dem Schaffen eines gesunden und angenehmen Innenraumklimas und der Ausschließlichen Nutzung von Materialien mit geringer Grauer Energie erlangen das Gebäude einen ökologisch nachhaltigen Charakter.
3. Fortbildungsakademie (Herne - Solingen, Deutschland)
Programm: Bau einer Fortbildungsstätte
Bebaute Fläche: 7.100 m² Nutzfläche, 11.700 m² im Innengebäude u. 12.000 m² im Glashaus
Baukosten: 100 000 000 DM
Chronologie: Wettbewerb 1992, Bauplanung 1996, Fertigstellung August 1999
Bauherr: Entwicklungsgesellschaft Mont - Cenit, Herne
In Zusammenarbeit mit: Gilles Perraudin und HHS
Im Ruhrgebiet auf einer Industriebrache liegend, stellt das Gebäude, über seine Funktion als Fortbildungsstätte hinaus, ein Pilotprojekt für ökologisches Bauen und Niedrigenergiebauweise dar. Hauptmerkmal des Projektes ist das Erschaffen eines natürlichen Mikroklimas unter einer Glasaußenhaut. Die Klimahülle schließt eine Grundfläche von 14.000 m² ein, auf der verschiedene Lehrgebäude untergebracht sind.
Das Projekt erforscht eine Reihe von Konzepten und Techniken zum Schutz und zur Verbesserung unserer Umwelt:
- Dekontamination der belasteten Böden
- Auffang- und Nutzvorrichtungen für das Erdgas der alten Kohlenschächte, das wiederum zur Beheizung des gesamten Gebäudes genutzt wird.
- Regenwasserauffangsysteme, natürliche Entwässerung sowie Brauchwassernutzung.
- Passive Nutzung der Sonnenenergie indem der Energieeintrag mittels eines Glashauses gesteigert wird. Schaffung eines Mikroklimas.
- Aktive Sonnenenergienutzung durch Photovoltaikzellen, die in das Dach integriert sind und insgesamt 1 MW Energie produzieren.
- Einsatz nachwachsender bzw. wieder verwertbarer Baustoffe ( Holz, Baumwolle, Stahl, etc.).
4. Platz des 8. Mai 1945 (Lyon, Frankreich)
Programm: Neubau der Markthalle/ des Marktplatzes und des umliegenden Stadtraumes
Fläche: 23 100 m²
Baukosten: 5 336 000 € (ohne MwSt.)
Chronologie: Ausschreibung 1999, Übergabe 2001
Bauherr: Stadt Lyon
Auftragnehmer: In Situ Landschaftsarchitekten
Im dicht bewohnten, von Tony Garnier konzipierten Wohnviertel mit moderaten Mietpreisen ist der Platz des 8. Mai 1945 ein sensibler Ort, sowohl in ökologischer Hinsicht als grüne Lunge des Viertels als auch in sozialer Hinsicht.
Die Entstehung des 50 000 m² großen Platzes und des ihn umgebenden Raumes ging als Frucht eines langen Prozesses des Dialoges mit den lokalen Vereinigungen, den verschiedenen Nutzern (sowohl ortsansässigen, als auch auswärtigen Händlern) in enger Zusammenarbeit mit Politikern und Beamten hervor.
Das Gebäude der Markthalle, sowie landschaftsarchitektonische Eingriffe sind von hoher ökologischer Qualität:
- Verwendung ökologischer Materialien
- Regenwassernutzung
- Anlegung und Bepflanzung einer Wiese, die zu verschiedensten Zwecken, darunter auch den Marktaktivitäten, nutzbar ist.
5. Europäische Klinik Jean Mermoz (Lyon, Frankreich)
Programm : Krankenhauskomplex mit : Klinik, Onkologie, Ärztehaus
Bebaute Fläche : Klinik 21 000 m², Onkologie 5 360 m², Ärztehaus 3 540 m²
Baukosten : 30 489 803€, davon 21 342 862€ für die Klinik (Stand 1998)
Chronologie : Wettbewerb Juli 1998, Anfang der Bauplanung November 1998, Beginn Bauausführung Mai 2000, geplante Fertigstellung 2008
Bauherr: SCI DE L’EUROPE
Das Projekt entstand aus der minutiösen Analyse des Raumprogramms und der Suche nach einer inneren Logik des Gebäudes, die die Funktionsabläufe und somit die Architektur bestimmt. Ein Krankenhaus umfasst verschiedene Funktionseinheiten, die gleichzeitig notwendigerweise miteinander verbunden oder voneinander unabhängig sein können und müssen.
Das Projekt drückt die Dualität und Gegensätzlichkeit zwischen High-Tech-Medizin und Menschlichkeit im Umgang mit dem Patienten und seinen Angehörigen aus. Konsequenterweise ist das Gebäude in Stockwerke geordnet: jede Etage hat ihre Funktion, ihre Atmosphäre, also ihre Architektur. Im Erdgeschoss befinden sich klar strukturiert, offen und hell alle Servicebereiche, die im direkten Kontakt zur Außenwelt stehen. Im ersten Geschoss ist die Medizintechnik untergebracht. Hier dominiert rostfreier Stahl die Materialien. Die oberste Etage ist als Pavillon konzipiert, der von einem Dachgarten umgeben ist und für die Patienten des Krankenhauses zugänglich ist.
Der Onkologietrakt und der Medizintrakt sind über Stege mit der Klinik verbunden.